Der derwesten.de interviewte Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft zu der Forderung, dass sich die DFL an der Bezahlung von Polizeieinsätzen bei Fußballspielen beteiligen soll.
derwesten.de stellte hierbei einige kritische Fragen, welche zu ganz interessanten Antworten führten:
DerWesten: Nach welchen Kriterien richtet sich die Einschätzung, wie viele Beamte eingesetzt werden? Bleiben wir in Köln: Der Aufwand, der dort betrieben wird, wirkt auf den Laien maßlos überzogen. Da werden Straßenbahnen durch die ganze Stadt von Mannschaftswagen begleitet.
Wendt: Wir betreiben vor jedem Spiel eine Gefährdungsanalyse. Da spielen verschiedene Informationen hinein: Erfahrung, Tabellenstand der Vereine, wie gewaltbereit sind die Störer – es gibt ja Störer der Kategorien A, B und C.
Der Westen: Sind A nicht die Fans, die gar nichts machen? Die heißen schon „Störer“?
Wendt: (lacht) „Störer“ müssen Sie als polizeilichen Fachausdruck nehmen. Man könnte auch sagen „Teilnehmer“.
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Der Westen: Wenn wir über die wachsende Gewalt gegenüber Polizisten sprechen, können wir beim Fußball den Spieß umdrehen. Von Seiten der Fans und auch von Fan-Beauftragten werden verstärkt Vorwürfe laut, die Polizei agiere überzogen . Insbesondere bei Gruppen, die mit der Bahn zu Spielen reisen.
Wendt: Die Klagen hat es schon immer gegeben. Unsere Bereitschaftspolizei, gerade hier in Nordrhein-Westfalen, ist eine der besten in Europa. Die ist topausgebildet und hochqualifiziert. Die Zahl der verurteilten Beamtinnen und Beamten können Sie im Mikrobereich suchen. Der Rechtsstaat funktioniert doch so: Wenn Beamte eine Körperverletzung im Amt begehen, dann werden sie vor Gericht gestellt und verurteilt – oder eben auch nicht. Und die Zahl der Verurteilungen in Nordrhein-Westfalen ist nicht messbar. Wenn hier und da Kollegen über die Stränge schlagen sollten, dann werden die – und da können Sie sicher sein – durch die eigenen Leute daran gehindert.
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DerWesten: Mal drei Dinge, die Fans der Polizei oft vorwerfen: Arrogantes Verhalten von oben herab, Duzen von Erwachsenen und die Weigerung, bei Konflikten den Namen zu nennen, auch gegenüber offiziellen Fan-Betreuern.
Wendt: Bei Einsätzen von geschlossenen Einheiten wird dieses Begehren, den Namen und die Dienststelle haben zu wollen, oft zur Provokation genutzt, als Mittel, um den Beamten zu einer bestimmten Reaktion zu bringen. Daher habe ich Verständnis, wenn einzelne Kollegen sagen. „Nee, das behindert uns jetzt hier im Einsatz, das machen wir nicht.“ Es gibt Einsatz-Situationen, in denen das nicht geht, ohne dass man neue Einsatzsituationen hervorruft. Jeder hat die Möglichkeit, sich später bei der Polizei zu beschweren, wir werden die Beamten dann ermitteln. Außerdem sind die Beamten durch die Nummern auf ihrem Helm jederzeit identifizierbar.
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Is klar, Herr Wendt..
Das Interview in voller Länge gibt es hier.